CSD Hamburg 2008: Endlich Gleichstellung!
Posted on August 1st, 2008 at 10:15 am by jaffa



Hamburg unterm Regenbogen: Unter dem Motto “Butter bei die Fische! Endlich Gleichstellung.” hat am 25.Juli die diesjährige Pride Week begonnen. Und seit gestern morgen weht auch am Rathaus die Regenbogenfahne.
Zum ersten Mal sprach Hamburgs 1.Bürgermeister Ole von Beust ein Grußwort zum CSD. Bei der Eröffnungsgala im Café Keese am Montag wies er auf die schlechte Situation Homosexueller in Osteuropa und die nach wie vor auch in Deutschland bestehenden Schwierigkeiten für junge Schwule und Lesben beim Coming-Out hin.

Die Veranstalter des CSD haben die politischen Forderungen 2008 in 5 zentralen Punkten zusammengefasst:

1. Volle rechtliche Gleichstellung der eingetragenen Lebenspartnerschaft mit der Ehe.

2. Adoptionsrecht für Homosexuelle in eingetragenen Lebenspartnerschaften wie für Ehepaare.

3. Aufklärung und Toleranz fördernden Unterricht hinsichtlich homosexueller Lebensweisen.

4. Ein klares HIV-Präventionskonzept des neuen Hamburger Senats und eine Erhöhung der Fördermittel für die Präventionsarbeit.

5. Einhaltung der Menschenrechte für Homosexuelle in allen Ländern der EU, insbesondere die Beachtung der Menschenwürde, des Gleichheitsgrundsatzes und der Versammlungsfreiheit.

Zu den Forderungen im Einzelnen: http://www.csd-hamburg.com/politische-forderungen/.

 

Die große Parade findet morgen statt und zwar ab 12 Uhr. Startpunkt ist wie im letzten Jahr die Kreuzung Lange Reihe/ Schmilinskystraße. Auch die Paradestrecke wird dieselbe sein.

Den Rest des Programms findet ihr hier: http://www.csd-hamburg.com/pride-week/

Grüße an alle!
J.

 

Nachtrag: Herrn von Beusts Rede kann man sich übrigens HIER anschauen.


Take my arm, my love
Posted on Mai 7th, 2008 at 9:16 am by jaffa

Schöner, absolut lesenswerter Eintrag im Shakesville-blog über ein ‘gutes’ Stück Alltag: Die Dummheit der Menschen, internalisierte Homophobie und unterdrückte Gefühle.
Take my arm, my love von Teh PortlyDyke.
[via MetaFilter]

J.


CSD Hamburg 2007
Posted on Juli 24th, 2007 at 5:58 am by jaffa

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Und noch ein Countdown: Vom 27. Juli bis 5. August findet die diesjährige Pride Week in Hamburg statt, d.h. über 50 Veranstaltungen aus Anlass des CSD an verschiedenen Orten der Stadt. Klar ist der CSD auch immer eine große Party; unter dem Motto “Homo-Reform’07″ und den damit verbundenen konkreten Forderungen präsentiert er sich – zumindest im Vergleich zum Vorjahr – diesmal aber deutlich politischer. Vier Reformansätze hat der Hamburg Pride e.V. formuliert und zur Diskussion gestellt:

1. Volle rechtliche Gleichstellung eingetragener Lebenspartnerschaften mit der Ehe, insbesondere im Steuer- und Rentenrecht.

2. Gleiches Adoptionsrecht für Homosexuelle in eingetragenen Lebenspartnerschaften wie für Ehepaare.

3. Aufklärung und Toleranz fördernden Unterricht hinsichtlich homosexueller Lebensweisen an allen Schulen und Jugendeinrichtungen in Hamburg.

4. Einhaltung der Menschenrechte für Homosexuelle in allen Ländern der EU, insbesondere die Beachtung der Menschenwürde, des Gleichheitsgrundsatzes und der Versammlungsfreiheit.

Zu den Forderungen im Einzelnen: http://csd2007.hamburgpride.com/politische-forderung

Zur politischen Plattform: http://csd2007.hamburgpride.com/politische-forderung/plattform

Es geht hier nicht darum, tatsächlichen gesellschaftspolitischen Fortschritt zu bestreiten. Es geht darum, Akzeptanz, nicht nur Toleranz, zu fördern. Warum wohl gehen viele Schwule oder Lesben den Schritt des “Outens” nicht? Homosexuelle sind keine besseren oder schlechteren Menschen. Es gibt keinen sachlichen Grund, sich über die Identität eines anderen lustig zu machen. Es gibt keinen sachlichen Grund, sich über die sexuelle Ausrichtung eines anderen zu empören. Es gibt keinen sachlichen Grund, gleiche Rechte zu verweigern.

2007 - Europäisches Jahr der Chancengleichheit für alle!
http://ec.europa.eu/Beitrag zu einer gerechten Gesellschaft

Es geht um Respekt und dafür lohnt es sich doch, auf die Straße zu gehen! Die diesjährige Parade startet am 4.August um 12 Uhr in der Langen Reihe.

Grüße an alle!
jaffa

 

P.S.: Gerade zum letzten Punkt der Forderungen habe auch ich mich bereits ausgelassen, siehe meinen Blog-Eintrag >Europäisches Trauerspiel – Zur Pathologie der Angst vor dem “Anderen”<. Wer's nochmal lesen möchte: http://www.deeplayer.net/2007/03/07/europaisches-trauerspiel-zur-pathologie-der-angst-vor-dem-anderen/ (Ersatzlink).

 

Termine
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Europäisches Trauerspiel – Zur Pathologie der Angst vor dem “Anderen”
Posted on März 7th, 2007 at 3:30 pm by jaffa


Photo: Daniel Zimmel. CC 2.0, some rights reserved.



Einige Leute möchte man dieser Tage dringend daran erinnern, ihre Hausaufgaben zu machen. Denn während der Zeigefinger der EG anhaltend auf das Nichtmitglied Türkei gerichtet ist, haben einige Mitglieder den Text des Vertrages, den sie da unterschrieben haben, offenbar nicht gelesen –

Art. 6 Absatz 1 EUV: „Die Union beruht auf den Grundsätzen der Freiheit, der Demokratie, der Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten sowie der Rechtsstaatlichkeit; diese Grundsätze sind allen Mitgliedstaaten gemeinsam.“

Dass Menschen auch Schwule und Lesben sein können ist hierzulande mittlerweile sogar bis in die Reihen der Christlich – Konservativen vorgedrungen. Auch der EU ist diese Erkenntnis nicht fremd: Im Jahr 2000 hat die Europäische Union zwei Richtlinien angenommen (Richtlinie 2000/43/EG und Richtlinie 2000/78/EG), die das Verbot unmittelbarer und mittelbarer Diskriminierungen aus Gründen der Rasse oder der ethnischen Herkunft, der Religion oder der Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder – man glaubt es kaum – der sexuellen Ausrichtung vorsehen, ganz abgesehen von einer Vielzahl flankierender Maßnahmen durch die Kommission.

Was sich derzeit auf der europäischen politischen Bühne abspielt brandmarkt die hehren Worte ein Lippenbekenntnis: Da erklärt Polens Vize-Premier und Bildungsminister Roman Giertych in Warschau, die EU solle zwischen “gesunden” und “kranken” Menschen unterscheiden. Zu den “Kranken” gehörten seiner Meinung nach Homosexuelle. Aus diesem Grund müsse die “Homosexuellen-Propaganda” in der EU ein für alle Mal ein Ende haben. Sein Vater Maciej, seines Zeichens Europaabgeordneter, beschwört derweil mittels eigens kreierter antisemitischer Schmierblättchen den Kampf der Zivilisationen in der EU und referiert über die „Demaskulinisierung des Mannes“, um auf die der polnischen Nation durch Homosexualität drohende Gefahr des Aussterbens aufmerksam zu machen. Glücklicherweise sei diese „Aberration“ therapierbar. Read the rest of this entry »